Eule und Spiegel

Ein Theaterstück geschrieben für die Eulenspiegel-Festspiele Mölln 2009 nach den Historien des Till Eulenspiegel von Hermann Bote

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Das neue Theaterstück für die Eulenspiegel-Festspiele 2009 erzählt die Geschichte einer ungeheuren Immobilienspekulation, die sich anno 1360 hier in Mölln abgespielt hat. Die Lübecker Hansekaufleute planen einen Kanal, der die Stecknitz mit der Delvenau zum Transport des Salzes aus Lüneburg, verbinden soll.

Niemand hat es geahnt; aber tatsächlich gibt es da jemanden in Mölln, der sich an Hauptdarstellerdiesem zukunftweisenden Projekt bereichern will und dafür die Stadtkasse plündert. Ein so spektakulärer Fall, dass er seit dieser Zeit in Deutschland nicht mehr vorgekommen ist, oder?

Möllner Klüngel möchte diesen Fall durch Erpressung vertuschen. Pech für die Intriganten, dass ausgerechnet zu dieser Zeit, der Herzog von Lauenburg die Stadt Mölln an Lübeck verkauft und die Lübecker Pfeffersäcke die Buchhaltung der Stadt genau unter die Lupe nehmen.

Im Mittelpunk des Stückes steht jedoch die Liebe. Das Romeo und Julia vergleichbare Paar droht in dem Politik- und Finanzsumpf unterzugehen.

Hier kann nur noch Einer helfen: Eulenspiegel! Er verhindert, sozusagen in einer Gegenintrige, dass Köpfe rollen und Jungfrauen geschändet werden, er sorgt dafür, dass die Liebenden zueinander finden, die Täter, Widerwillen zu braven Bürgern werden und Hochwürden seinen Stinkefinger loswird.

Die Eulenspiegel Kenner werden einwenden, dass Till Eulenspiegel doch bereits zehn Jahre vor diesen Ereignissen, nämlich 1350 zu Mölln gestorben ist. Richtig! Trotzdem tritt er hier in Mölln wieder in Erscheinung und greift in das Geschen ein. Wie ist das möglich? Ja, kommen Sie und schauen Sie! Im August 2009 wird das Geheimnis gelüftet.

Anmerkungen zum Stück „Eule und Spiegel“

Die Interpretationsbandbreite einer Figur wie Eulenspiegel, seit der Antike bis heute, ist sehr vielfältig und nahezu unerschöpflich. Das gibt dem Interpreten, sei er Bildender Künstler, Musiker oder Autor, freie Hand, das in der Figur zu erkennen, was sich in ihm selbst und seiner Eulenweisheit spiegelt. Heute amüsieren wir uns über andere Dinge als die Zeitgenossen Bothes. So habe ich in meinem Stück Eule und Spiegel versucht, die schon von Bothe in einigen Historien anklingenden philosophischen, volksaufklärerischen Seiten Eulenspiegels herauszuarbeiten.

In der Aufführung 1997 sind die Historien, welche sich für eine Umsetzung auf dem Theater am besten eignen, bereits verwendet worden (die Historie 28 nehme ich trotzdem noch einmal auf), so dass ein ganz anderer Ansatz zur Interpretation erfolgen muss, bei der gleichzeitigen Vorgabe, erneut einen mittelalterlichen Eulenspiegel entstehen zu lassen. Die hier gefundene Lösung ist die Fortschreibung des Stückes von damals (das mit dem Tode Eulenspiegels endet), mit einer neuen Generation von Narrenden und Genarrten.

Der Erfolg der Eulenspiegelfigur über die Jahrhunderte besteht ja, wie wir wissen, darin, dass die wahren Eulenspiegels wir selber sind, mit unseren oft unsäglichen Missverständnissen, Missgeschicken und Fehlhandlungen. So heißt es deshalb im Finale:

  • Der Till, der steckt in jedem drin
  • Der Till, das ist der Gegensinn
  • Der Till, das bisst du, und er und sie
  • Der Till, das ist deine Phantasie

Hauptdarsteller vor Gedenkstein Daher sind die wahren Eulenspiegelfiguren in meiner Interpretation auch die Anderen, die sich selbst narrenden, allen voran der ehrenwerte Bürgermeister der schönen, kleinen, mittelalterlichen Stadt Mölln.

Ich hoffe, Satire, Humor, Sprachwitz und zeitgenössische Anspielungen lassen das Stück amüsant und kurzweilig erscheinen, mit einem ernst gemeinten (im Sinne der Psychoanalyse) kathartischen Ansatz. Eulenspiegel hilft den Anderen ihre Konflikte, seien sie seelisch, politisch oder gesellschaftlich, zu erkennen und somit zu überwinden.

Gabriel Reinking